Ein emotionaler und berührender Abend

Leider machte das Wetter den Organisatoren des Benefizkonzertes zugunsten der Stiftung Valentina im Weberzunfthaus am Sonntag einen Strich durch die Rechnung. Nur wenige Besucher hatten sich durch die Schneemassen gekämpft um Richard Nolte (Querflöte) und Jelena Engelhardt (Harfe) zu lauschen. Die Stiftung wurde von Kurt und Renate Peter ins Leben gerufen, um die häusliche Pflege und intensiv-medizinische Betreuung krebskranker Kinder zu unterstützen, nachdem sie ihre Tochter selbst auf diesem Weg begleitet hatten.

Die Musikauswahl des Abends war emotional berührend, aber nicht sentimental und Flöte und Harfe erwiesen sich als musikalisch und klanglich als perfekte Kombination. Die „Deux Préludes Romantiques“ von Marcel Tounier (1879-1951) zeichneten sich durch ruhiges Fließen, zärtlichen und gedeckten Flötenklang und satte Harmonien der Harfe aus, ein insgesamt sehr sinnliches, sehnsüchtiges Spiel mit Akkorden und Melodien.

Auch „La fille aux cheveux de lin“ von Claude Debussy“ atmete viel Gefühl. Die tiefen Flötenlagen hüllten die Zuhörer sanft ein und schmeichelten dem Ohr. Elegante Töne schlug J.B. Krumholtz (1745-1790) in seiner Sonate für Flöte und Harfe an. Perlend und galant, beschwingt dahineilend entwickelte sich das Wechselspiel von Flöte und Harfe zu einem Netz aus Perlen und Silberfäden, Allegro, Romanze und Menuett verströmten heitere Gelassenheit und auch ein unfreiwilliges Da-capo durch falsch aufgelegte Noten ließ diese Stimmung nicht abreißen: Man konnte sich zurücklehnen und genießen.

Nach einem dramatischen Beginn wechselte das „Larghetto aus der Sonate für Flöte und Harfe von Gaetano Donizetti (1797-1848) zu einer wiegenden Melodie über gebrochenen Akkorden der Harfe, die Motive und Stimmung dicht gewoben zwischen den beiden Instrumenten. Das Allegro dieser Sonate erwies sich als fröhlich tänzelnde Tändelei über einer einfach Nachschlagbegleitung, duftig, humorvoll und spritzig.

Förmlich hingetupft war der Beginn der Sonate für Flöte und Harfe von Nino Rota (1911-1979). Ohne harmonisches Zentrum schwang sich das Stück trotzdem zu einem schwärmerischen Gesang über wogenden Klangfeldern der Harfe auf.

„Der Schwan“ aus dem „Karnelval der Tiere“ von Camille Saint-Saens (1835-1921) war zauberhaft, geradezu magisch schwebte das edle Tier ruhig durchs sanfte Mondlicht, während „Entr’acte“ von Jacques Ibert (1890-1962) sich in kindlicher Freude am Spiel mit Motiven, wechselnden Metren und Akzentverschiebungen berauschte.

Zusammen mit der im Hintergrund laufenden Bilderstrecke aus Valentinas Leben entwickelte die Musik besondere Intensität. Sie fing dieses Leben in all seinen Facetten ein, stellvertretend für so viele andere. Dass so wenige Zuhörer gekommen waren, nahm Renate Peter leicht. Für Valentina, so sagte sie, sei der Winter die schönste Jahreszeit gewesen und sie hätte ihre größte Freude am Schnee gehabt.

Richard Nolte und Jelena Engelhardt verzichteten zugunsten der Stiftung Valentina beim Auftritt auf eine Gage. (Foto: Johannes Rahn / Artikel: Schwäbische Zeitung)